Montag, den 27. Juni 2011 um 14:27 Uhr
Geschrieben von: www.adac.24h-Rennen.de
Ferrari verteidigt Platz 1 auch im zweiten Zeittraining.
Im zweiten Zeittraining zur 39. Auflage des Langstreckenklassikers auf dem Nürburgring erwies sich die Bestzeit des Ferrari F458 Italia GT des Farnbacher-Teams aus dem ersten Qualifying als unschlagbar. In 8:23.764 Min. hatte Dominik Farnbacher bereits am Donnerstagabend die schnellste Zeit des Wochenendes notieren lassen. Der Ansbacher geht nun gemeinsam mit Allan Simonsen (Monaco), Marco Seefried (Nürnberg) und Jaime Melo (Italien) von der Pole Position aus ins Rennen. Die Vorjahreszweiten teilen sich die erste Startreihe mit Mamerow / Hahne / Kaffer im Mercedes-Benz SLS AMG GT3.
„Wir freuen uns vor allem darüber, die Werke hinter uns gelassen zu haben“, grinste Polesitter Dominik Farnbacher nach dem Zeittraining. „Auch wenn ich nicht ganz glauben mag, dass das Ergebnis aus dem Qualifying die wahren Kräfteverhältnisse widerspiegelt.“ Auch der Zweitplatzierte Chris Mamerow konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen: „Nachdem wir gestern Pech in unserer ersten Runde hatten, konnten wir heute richtig angreifen. Wir sind mit dem Ergebnis außerordentlich zufrieden.“ Gleich zu Beginn des zweiten Zeittrainings waren die Zeiten gepurzelt: Viele Top-Teams wollten die freie Piste nutzen, um sich noch einmal zu verbessern. Bis auf die Pole Position wurde das Klassement dabei kräftig gemischt. In der zweiten Startreihe werden mit Heyer / Jäger / Bleekemolen / Seyffarth ein weiterer Mercedes-Benz SLS AMG GT3 sowie der Werks-BMW M3 GT mit Lamy / Müller / Werner / Adorf stehen. Bis auf die Polesitter konnte im dichten Verkehr und bei wechselhaften Witterungsbedingungen allerdings kein Team die Trainingsbestzeit des Vorjahres unterbieten. Hinter den Erwartungen zurück blieben etwa die Audi- und Porsche-Teams, deren schnellste Vertreter sich die vierte Startreihe teilen.
Weitere Stimmen zum Qualifying:
# 2 (Farnbacher / Simonsen / Seefried / Melo) Ferrari F458 Italia GT Dominik Farnbacher: „Der Schlüssel zum Erfolg war unsere gestrige Runde. Wir sind als eines der ersten Teams auf die Strecke gefahren. Noch auf dem Grand-Prix-Kurs bin ich an weiteren Autos vorbei und hatte anschließend freie Fahrt. Das war klasse, ich habe das maximal mögliche gegeben. Wir haben bewusst sehr viele Trainingsrunden absolviert. Wir stecken noch in der Entwicklung. Unter anderem haben wir Reifen getestet und wissen nun in etwa, was uns beim 24h-Rennen erwartet. Im Vorfeld konnten wir nicht viel testen, da wir vorher noch in Le Mans waren. Das haben wir gestern und heute in den Qualifying-Sessions nachgeholt. Morgen im Rennen müssen wir die Waage zwischen Schnelligkeit und Vorsicht halten. Wir haben im vergangenen Jahr gesehen, dass die Motoren teilweise bis auf das Letzte ausgereizt wurden. Das geht natürlich aufs Material – auch bei den Favoriten. Meiner Meinung nach wird das jetzt wieder ähnlich sein.“
# 22 (Heyer / Jäger / Bleekemolen / Seyffarth) Mercedes-Benz SLS AMG GT3 Thomas Jäger: „AMG hat vor etwa einem Jahr die Entwicklung begonnen und Ende 2010 das Kundensportprogramm gestartet. Wir haben hier auf der Nordschleife getestet, weil sie eine anspruchsvolle Teststrecke ist. Bei den 24 Stunden in Dubai haben es die drei eingesetzten Fahrzeuge ins Ziel geschafft, und es wurden in kurzer Zeit über 30 Autos verkauft. AMG bietet eine gute Basis und den notwendigen technischen Support für den Erfolg auf der Rennstrecke. Es freut mich riesig, dass wir hier so erfolgreich vertreten sind. Im Rennen wollen wir die Standfestigkeit unter Beweis stellen und mit einem guten Resultat nach Hause fahren. Oberste Priorität hat natürlich die Zielankunft, dennoch sollte ein gutes Resultat unter den Top Drei oder Top Fünf drin sein – das wäre ein tolles Ergebnis im ersten Jahr. Es ist schwierig, vor dem Rennen den Ablauf zu planen. Konstante Zeiten und die richtige Mischung aus Speed und Vorsicht sind das A und O.“
# 30 (Mamerow / Hahne / Kaffer) Mercedes-Benz SLS AMG GT3 Christian Mamerow: „Nach dem Pech von gestern freue ich mich natürlich riesig, dass wir auf Startplatz zwei stehen. Gestern hatten wir gleich in der ersten Runde ein Problem mit der Elektronik, das uns die schnelle erste Runde vermasselt hat. Nachdem wir das Problem behoben hatten, beschränkten wir uns zunächst darauf, verschiedene Dinge zu testen. Eine schnelle Runde war aufgrund des vielen Verkehrs ohnehin nicht mehr möglich. Als es Nacht wurde und der Verkehr langsam nachließ, haben wir es nochmal probiert. Dabei gelang uns dann Platz drei. Im Gegensatz zu den meisten anderen Teams fahren wir zu dritt. Mit Armin Hahne und Pierre Kaffer habe ich in diesem Jahr zwei besonders erfahrene Nordschleifenkenner an meiner Seite. Nach dem Pech in den beiden letzten Jahren wollen wir diesmal sauber durchfahren und ohne technische Probleme die Veranstaltung bewältigen. Man darf die Erwartungen aufgrund unseres Sieges in der VLN nicht zu hoch ansetzen. Wir werden zwar von AMG mit Rat und Tat gut unterstützt, doch wir sind kein Werksteam und haben schon gar nicht deren Budget.“
# 7 (Lamy / Müller / Werner / Adorf) BMW M3 GT Dirk Werner: „Nach unseren Problemen im Q1 sind wir mit dem Ergebnis heute ganz zufrieden. Das ist eine gute Ausgangsbasis. Im Rennen ist für uns alles drin. Die Zeitunterschiede an der Spitze bereiten uns kein Kopfzerbrechen.“
# 14 (Basseng / Fässler / Stippler / Piccini) Audi R8 LMS Marc Basseng: „Wir konnten das Set-up im Vergleich zum ersten Qualifying verbessern und sind mit unserem Abschneiden zufrieden. Wir sind insgesamt sehr gut vorbereitet und gehen optimistisch in das Rennen. Neben unseren Mitstreitern wird vor allem das Wetter eine Rolle spielen.“